Pirat im Selbstversuch

Mitten drin statt nur dabei.

Archive for Februar 2012

Welche Möglichkeiten der Partizipation wollen wir? – Zwei Fragen

with one comment

Am Berliner Landesparteitag erhielt ein Antrag keine 2/3 Mehrheit, welcher die Nutzung des echten Namens innerhalb des Berliner Liquid Feedback Systemes verbindlich einführen wollte. Nun wird mal wieder über LQFB diskutiert. Wobei Diskussion das falsche Wort ist. Das Thema ist so emotional aufgeladen (warum eigentlich?), dass nur gegenseitig Anfeindungen ausgetauscht werden. Daher von mir nicht noch ein Beitrag zu LQFB. Statt dessen stellt sich mir die grundsätzliche Frage:

Welche Möglichkeiten der Partizipation wollen wir innerhalb der Piratenpartei?

Diese Frage sollten wir klären. Insbesondere, da 2013 eine Landtagswahl auf uns zu kommt. Dort besteht die Möglichkeit, dass Piraten in den Landtag einziehen. Spätestens dann machen wir ganz reale Politik und sollten eine reale Antwort auf folgende Fragen gefunden haben:

Wie kann ein Abgeordneter Anregungen und valide Meinungsbilder der Basis einhohlen?

Wie kann ein einzelner Basispirat ein bestimmtes Thema / einen bestimmten Antrag an die Fraktion richten?

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Written by farddizzle

28. Februar 2012 at 12:32

Veröffentlicht in Liquid Feedback, Piraten, Piratenpartei

Filterregeln für Mailinglisten (mit claws mail)

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Genau 4 Monate nach meinem ersten Posting zu Mailinglisten bei den Piraten folgt nun eine Art Fortsetzung. Meiner Meinung nach bestehen 2 Probleme bei den Mailinglisten:

1.) Trolle

Auf jeder größeren Mailingliste tummeln sich Trolle. Zum einen werden Mails auf die Mailinglisten geschickt, deren Inhalt nichts mit dem Grundgedanken der Mailingliste zu tun hat. Zum anderen gibt es Idioten, die zu jedem Thema ihren unqualifizierten Stuss schreiben müssen. Das alles führt dazu, dass teilweise 50 Mails an einem Tag an eine Mailingliste geschrieben werden. Der Großteil dieser Mails ist total uninteressant, die wenigen interessanten Mails gehen leicht in der Menge unter.

2.) Vielzahl der Mailinglisten

Die Piratenpartei arbeitet transparent. Man findet fast alle Informationen öffentlich auf einer Mailingliste. Nur stellt sich die Frage auf welcher :-/ Gerade weil große Mailinglisten (by-misc) viele Trolle anziehen, lesen und schreiben viele Piraten nur auf ihren kleineren lokalen Liste. Das ist verständlich, aber wenn ein Positionspapier für den LPT nur auf der Liste des KVs Hinterdupfing diskutiert wird ist dies sehr schade.

Auf Grund der Unübersichtlichkeit und dem leider geringen Anteil wirklich interessanter Mails bestellen viele Neu und Altpiraten Mailinglisten ab. Eine andere Möglichkeit ist es sinnvoll Mails zu filtern. Ich verwende claws-mail als Emailprogramm. Claws-Mail kann mit tausenden von Mails schnell umgehen. Allerdings bietet jedes andere gute Mailprogramm ähnliche Möglichkeiten.

Die wichtigste Filterregel – Ordner!

Meiner Meinung nach lassen sich Mailinglisten nur mit Ordnern sinnvoll nutzen. Gerade Neupiraten verwenden oft keine Ordner. Im Posteingang des Emailprograms landen dann neben allen privaten Mails auch alle Mails von verschiedenen Piratenlisten. Hier die Übersichtlichkeit zu wahren ist praktisch unmöglich. Eine gute Anleitung für das Einrichten von Ordnern und das automatische Verschieben von Mails in diese Ordner unter claws-mail ist hier zu finden. Diese Funktion sollte jedes Mailprogramm besitzen. Z.B.: Thunderbird (Falls euer verwendetes Programm dies nicht kann, sollte man dieses vielleicht wechseln.)

Filtern für Fortgeschrittene (unter claws mail)

Claws Mail kann Emails nach bestimmten Kriterien mit einem Punktesystem bewerten. Je nach Punktewert einer Mail wird diese dann unterschiedlich behandelt. Das Erstellen von Filtern ist per Menü (Konfiguration/Filterung) möglich. Alle Filterregeln werden dann in der Datei HOME/.claws-mail/matcherrc gespeichert. Folgende Beispiele sind aus dieser Datei zitiert.

enabled rulename "Trollfilter" score_lower -19 mark_as_read color 8
Diese Filterregel markiert alle Mails mit einem Wert kleiner -19 Punkten als gelesen (und ändert die Farbe auf grau). „Schlechte“ Mails werden mir daher nicht mehr als neu angezeigt und so verliere ich keine Zeit damit diese zu lesen.

Das Gegenteil geht auch, Mails mit einem positivem Punktwert größer 10 werden mit folgendem Code blau markiert, damit ich sie auf keinen Fall übersehe.
enabled rulename "Positive Filterung" score_greater 10 color 5

Damit diese Regeln funktionieren, muss man davor Regeln erstellen, welche die Punkte verteilen. Die folgenden Regeln werden auf alle Mails angewandt und die Punktwerte addieren sich dabei.
Beispiele.
enabled rulename "Harry" from matchcase "harry@feudalisten.eu" change_score -50
Die Mail von einem bestimmten Absender bekommt einen Wert von -50
enabled rulename "Nachrichtensammlung" subject matchcase "Nachrichtensammlung" change_score -10
Mails mit dem Wort „Nachrichtensammlung“ im Betreff erhalten einen Wert von -10

enabled rulename "BGE" message regexpcase "bge" change_score -5
Mails in denen der Begriff „BGE“ steht, wird 5 Punkte abgezogen.

enabled rulename "Bayernplenum" subject matchcase "bayernplenum" change_score 5
Emails mit „Bayernplenum“ im Betreff erhalten plus 5 Punkten

Mit solchen Regeln lassen sich Trollbeiträge gut herausfiltern.

Ignore Thread Funktion

Eine weitere wichtige Funktion ist die „Ignore Thread“ Funktion. Wenn mich ein Thema („Welcher Drucker für die LGS“, „Wer kommt zum Stammtisch in Dings“) nicht interessiert, markiere ich es per Tastaturkürzel mit „Ignore Thread“. Alle Antworten zu diesen Mail werden automatisch als gelesen markiert.

Mit diesen Funktionen gelingt es mir auch bei zur Zeit >50 Mailinglisten nicht zu verzweifeln.

Gruß,

florian

Written by farddizzle

23. Februar 2012 at 15:27

Veröffentlicht in Piraten, Piratenpartei

Mein erstes Mal … PAM

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Heute war der politische Aschermittwoch der Piraten in Ingolstadt.

Auch wenn ich grundsätzlich eher für Inhalte und gegen Show bin, habe ich mich spontan auf den Weg nach Ingolstadt gemacht. Es hat sich gelohnt! Zum einen kann ich jetzt vielen weiteren Twitternamen Gesichter zuordnen, zum anderen gab es einige wirklich gute Reden.

Meine Highlights:

Die Rede von @bpwned – Inhaltlich hervorragend und schön bissig. Den Mann will ich auch im Parlament reden hören!

http://www.youtube.com/watch?v=XoPjsdEfB4A

Weitere wirklich sehenswerte Reden kamen von @zeitweise und @mueslikind. Auch Fabio Reinhard aus Berlin bewies Trink und Schlagfertigkeit. Johannes Ponader und Wilm hielten sich mit Polemik eher zurück, konnten aber trotzdem überzeugen. Dank @kollegejansen kam auch der Nerdhumor nicht zu kurz und zu meiner Überraschung fand ich den auftretenden Kabarettisten Rolf Kuhl richtig lustig.

Alles in allem eine sehr gelungene Veranstaltung mit toller Organisation. Da werde ich nächste Jahr sicher wieder hinfahren!

Was ich nächstes Jahr nicht mehr brauche:

  • schlechte Witze über die FDP. Die ist nächstes Jahr hoffentlich komplett irrelevant geworden.
  • verkleidete Piraten. WTF? Am Aschermittwoch ist der Karneval vorbei. Und es waren nicht nur verirrte Betrunkene, sondern auch Vorstände im Faschingskostüm. Piratenkostüm? SRSLY?
Zu guter Letzt: Als suchtpolitischer interessierter Mensch fand ich die Glorifizierung des Bierkonsums (standing ovations für schnellen Biergenuss) irgendwie fragwürdig. Aber jo mei, so sans halt, die Bayern.

Written by farddizzle

22. Februar 2012 at 19:25

Veröffentlicht in Piratenpartei

Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf dem Holodeck

with 2 comments

Bei den Piraten wird mal wieder über geschlossene Mailinglisten diskutiert. Zum einen hat die neugegründete SG Presse beschlossen nur mit einer geschlossenen ML zu arbeiten, zum anderen wurde auf dem Treffen bayerischer Vorstände der geschlossene Betrieb der Holodeck Liste mit 2/3 Mehrheit erneut beschlossen.

Zur Pressearbeit will und kann ich nichts sagen, zur Holodeck Liste hingegen hier meine Meinung als bayerischer Basispirat.

Für die ungeduldigen: Am Ende des Artikels sind 2 Pads mit 2 Anträgen für den nächsten LPT verlinkt.

Wer die Holodeckliste nicht kennt, dies ist eine geschlossene Mailingliste für alle bayerische Piraten in einem Vorstandsamt. Alle KVs, BzVs, und LVs zusammen können dort kommunizieren, der Rest bleibt aussen vor.

Folgende Argumente wider die geschlossene Vorstandsliste habe ich bisher aufgeschnappt.

Persönliche Daten von Mitgliedern müssen geschützt werden. Das sehe ich natürlich genauso. Aber dafür gibt es eine extra Liste nur für Schatzmeister und GenSek sowie das Wanninger OTRS. Daher sollen Mails mit schützenswerten persönlichen Daten von Mitgliedern auch so gut wie nicht auf der Holodeck Liste vorkommen.

Auf offenen Listen verhindern Trolle effektive Arbeit. Auch das ist wahr, man muss sich dazu nur die Aktive oder in letzter Zeit die BY misc Liste anschauen. Sich aus Angst vor Trollen zurückzuziehen halte ich aber für eine überzogene Reaktion. Durch Filterung auf Userseite lassen sich schon viele Trollbeiträge ausblenden. Andererseits antwortet auch auf einen völlig bescheuerten Beitrag immer noch irgend jemand. Um auf Vorstandslisten sich nicht in endlosen Diskussionen zu verlieren gibt es ein 100%ig wirksames Mittel, welches auch auf der bundesweiten Vorstandsliste angewendet wird. Schreibrechte nur für Vorstände, read-only für Basispiraten.

Vorstände brauchen einen Ort für persönliche Aussprachen. Auch hier, volle Zustimmung. Teilweise bestehen schon innerhalb den 5 Leuten eines einzelnen Vorstandes enorme persönliche Differenzen die eine gemeinsame Arbeit fast unmöglich machen. Wie das zwischen den verschiedenen Vorständen in verschiedenen Bezirken ist will ich überhaupt nicht wissen. Nur, eine Mailingliste mit über 100 Teilnehmern erscheint mir nicht das richtige Mittel zur Lösung zu sein. Da sollte man lieber mal miteinander telefonieren oder bei einem Bier sich völlig intransparent erstmal auskotzen und am Ende auf das gemeinsame Ziel besinnen.

Die Presse kann auf der offenen Liste Interna erfahren. Bei Piraten fliegen öfters die Fetzen bei Diskussionen, dass kann man auch bei Twitter sehen. Das bei einer offenen Diskussionskultur die einzelnen teils gegensätzlichen Ansichten innerhalb der Partei bekannt werden, dass ist ein Unterschied der uns im Gegensatz zu anderen Parteien glaubwürdig macht. Und die Presse wird sich daran gewöhnen und nicht aus jedem Streit ein Titelthema machen.

Der politische Gegner kann uns ausspionieren. Ich bin nicht Pirat geworden um andere Parteien zu bekämpfen, sondern um unsere Gesellschaft zu verbessern. Wenn andere Parteien Themen 1zu1 übernehmen, gut für die Sache! Wenn andere Parteien unsere Themen nur oberflächlich und falsch kopieren können wir an Hand unserer offenen Diskussion dokumentieren wo der Unterschied zwischen Original und billiger Kopie ist. Andere Parteien können sich natürlich an Hand unserer Diskussionen vorbereiten und Gegenargumente sammeln und uns schlecht machen. Aber hey, unsere Argumente müssen einfach so gut sein, dass wir auch gegen einen vorbereiteten Gegner die Diskussion gewinnen.

Bestimmte Aktionen (Volksbegehren, Wahlkampfaktionen) müssen im Geheimen geplant werden, damit sie nicht vom politischen Gegner kopiert oder kaputt gemacht werden. Wie bereits oben angedeutet bin ich eher ein Freund davon möglichst offen zu planen und möglichst viele Menschen einzubeziehen. Wir haben z.B. nicht das Geld um große Wahlkampfaktionen geheim zu planen und durchzuführen. Unserer Wahlkampf wird von vielen ehrenamtlichen Piraten in ihrer Freizeit durchgeführt. Je mehr Piraten bereits in die Planung von Aktionen einbezogen werden, desto mehr Piraten werden auch bei der Umsetzung aktiv sein. Sollte der Vorstand jedoch eine bestimmte Aktion aus Gründen im Geheimen planen wollen, dann muss vielleicht der Beisitzer vom KV Buxdehude auch nichts davon wissen. Hier bietet sich eher an, kurz eine extra Mailingliste AktionX anzulegen. Dort können dann nur Piraten zugelassen werden, die an AktionX mitarbeiten. Dies hat auch den Vorteil, dass bestimmten Piraten ohne Amt die an AktionX mitarbeiten auf die Liste können. So kann man Aktionen vorbereiten, die dann wirklich mit Überraschungseffekt starten. Nach dem Ende der AktionX kann die ML dann wieder gelöscht werden.

Fast alle aktiven Piraten haben ein Vorstandsamt. Direkt oder indirekt wird öfters erwähnt, dass die Anzahl der aktiven Piraten ohne Vorstandsamt an einer Hand abzuzählen ist und somit nicht sonderlich relevant ist. Wir schreiben Februar 2012 und aktuell gibt es ca. 4500 Piraten in Bayern. Minus 150 Vorstandspiraten ergibt das immer noch 4350 Piraten. Davon ist sicher der Großteil nicht aktiv und es mag viel Schwätzer, Wollis, Idioten, Trolle und ewige Meckerer geben. Aber es gibt schon jetzt viele Basispiraten die sinnvoll für die Partei arbeiten. Vielleicht nicht so aufopferungsvoll und so viel wie einige Vorstände. Aber auch 1 h die Woche für die Piraten Unterschriften sammeln ist wertvolle Arbeit. Unser Ziel sollte es sein von den 4350 Basispiraten so viele wie möglich zur konstruktiven Mitarbeit zu bewegen.

Alles in allem überzeugen mich die Argumente für eine komplett geschlossene Liste nicht. Daher habe ich auf folgendem Pad einen Antrag für den nächsten LPT formuliert, der dem Vorstand eine teilweise Öffnung der Liste empfiehlt. Kritik, Anregungen und Mitarbeit ist natürlich erwünscht.

Falls ihr die Argumente für eine geschlossene Liste anders gewichtet oder noch bessere habt (gerne als Kommentar anfügen), habe ich ebenfalls einen Alternativvorschlag erstellt, der die geschlossene Liste beläßt, aber durch einen öffentlichen Kodex ein Vertrauen schafft, dass die geschlossene Liste nicht mißbräuchlich verwendet wird.

Zum Schluss noch eine Bemerkung in anderer Sache. Der nächste LPT ist ein programmatischer LPT. Dieser Antrag kann, sofern er behandelt wird, Zeit kosten die dann nicht mehr für inhaltliche Diskussionen über unser Wahlprogramm vorhanden ist. Das ist blöd, solche Meta – Strukurdiskussionen nerven am LPT. Wenn die Piraten in Bayern ein Tool benutzen würden, dessen Namen ich nicht nenne, könnte ich mit diesem Tool eine einigermaßen valide Meinung zu den Anträgen auch zwischen den Parteitagen von der Basis einholen. Der Vorstand könnte dann das Abstimmungsergebnis zu meinen Anträgen als Empfehlung für seine Entscheidung ansehen und alles wäre gut. Leider benutzen die Piraten in Bayern dieses Tool, dessen Name ich nicht nenne, nicht. Daher sehe ich einen Antrag zum LPT als einzige Möglichkeit ein Meinungsbild der Basis einzuholen, welches den Vorständen als Empfehlung dienen kann.

Gruß,

florian d

Written by farddizzle

7. Februar 2012 at 13:10

Veröffentlicht in Piratenpartei

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